Was muss ein Blog, der sich unter anderem mit Philosophie beschäftigt, leisten? Klar, eine Definition oder eine Auslegung des Begriffs. Meiner Meinung nach ist die lasche Definition eines Begriffs die Hauptursache vieler Missverständnisse, Diskussionen, die am Thema vorbeiführen oder Streits. Also möchte ich meine Gedanken, ich bin noch unsicher ob Definition hier das richtige Wort ist, zu diesem Begriff auf Papier bringen.

Das Wort Philosophie kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Liebe zur Weisheit“. Es stellt sich also die Frage „Was ist Weisheit?“ und vor allem was heißt es diese zu lieben? In diesem Beitrag möchte ich zunächst auf die Weisheit eingehen.

Nicht jede Lebenssituation erfordert Weisheit. Stellen wir uns einen Rennfahrer vor. Wie soll der denn im Rennen weise fahren? Da geht es einfach nur darum zu gewinnen. Aber der Rennfahrer kann in anderen Situationen seines Lebens Weisheit anwenden. Zum Beispiel wenn er ein Angebot von einem anderen Team bekommt, von dem er finanziell profitieren würde, dafür aber in ein Umfeld kommen würde, in dem er sich nicht wohlfühlen würde und dafür sein gewohntes Umfeld verlässt. Wenn er dieses Angebot ausschlagen würde, könnte es ein Zeichen von Weisheit sein, weil er nicht nur auf das Geld guckt.

Eine weit verbreitete Meinung ist, dass Weisheit irgendwas mit dem Alter zu tun haben muss. Man hört immer wieder von alten, weisen Männern und Frauen. Nimmt Weisheit also mit dem Alter zu? Ist es möglich schon vor dem Alter weise zu sein? Die erste Frage ist zu verneinen, sofern darunter eine automatische Zunahme der Weisheit verstanden wird. Ich stimme zu, dass die Wahrscheinlichkeit Weisheit zu finden, bei älteren Leuten höher ist. Das hat aber weniger mit dem Alter, als vielmehr mit der Lebenserfahrung und die daraus gezogenen Rückschlüsse zu tun. Aber nicht nur die Rückschlüsse aus Lebenserfahrungen, sondern auch die Grundeinstellung zum Leben lassen Weisheit wachsen. Mit Grundeinstellung meine ich hier die grundsätzliche Bereitschaft dazuzulernen. Diese Bereitschaft muss gegeben sein.

An der Stelle möchte ich aber auch noch erwähnen, dass nicht nur die Wahrscheinlichkeit der Weisheit im Alter zunimmt, sondern auch die Wahrscheinlichkeit der Torheit. Im Jugendalter macht man natürlich viel Blödsinn, aber das würde ich nicht unbedingt Torheit nennen, sondern eher Dummheit aufgrund von Unwissenheit. Im Alter verfestigen sich aber die Züge, bei manchen zur Weisheit, bei anderen zur Torheit.

Weisheit hat nichts mit dem IQ zu tun. Es ist sehr schwierig Weisheit zu lernen. Es gibt keine Schule der Weisheit, in der es am Ende eine Prüfung gibt und wenn man die besteht, Weisheit erlang hat. Es herrschte bei den Vorsokratikern die Meinung, jemand gilt als weise, wenn er nicht viele Worte braucht, aber die Worte, die er sagt, genau das treffen was er ausdrücken will. Der Kern darin ist wohl zu wissen wovon man redet und nur zu reden wenn man weiß wovon man redet. Das ist mit Sicherheit ein Teil von Weisheit. Aber grundsätzlich gibt es gibt kein Rezept für Weisheit, keine festen Kriterien die es zu erfüllen gilt, um weise zu sein. Die Schule der Weisheit ist, wenn man so will, das Leben selbst.

Im nächsten Blogbeitrag werde ich den Bogen zur Philosophie schlagen und den Zusammenhang zwischen Philosophie und dem gelebten Leben erklären.

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